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Fahrtechnik, Mindset und mehr...

Mountainbiken im Winter – Fahrtechnik verbessern

Mountainbike Wintertraining – Warum der Winter perfekt ist, um Deine Fahrtechnik zu verbessern!

Du machst eine Winterpause oder gehst im Winter nur ungern mit Deinem Mountainbike auf Trails, weil es nass und eklig ist? Das ist verständlich! In diesem Artikel erfährst Du, wie Du im Winter Deine Fahrtechnik so stark verbessern kannst, dass Du im Frühling stärker als jemals zuvor wieder in die Saison starten kannst!

Wusstest Du, dass der Winter perfekt ist, um an Deiner Fahrtechnik zu arbeiten? Nein? Vielleicht liegt das daran, dass Du glaubst, dass man Trails braucht, um seine Fahrtechnik zu verbessern? Wenn Du aber einmal verstanden hast, wie motorisches Lernen eigentlich funktioniert – dann wirst Du merken, dass das ein Irrglaube ist.

Das Ziel von Fahrtechniktraining

Keine Sorge – natürlich ist das Ziel immer, Fahrtechnik zu lernen, um dann schwierige Trails zu meistern – oder zumindest die jetzigen Trails sicherer zu fahren. Aber Du brauchst dafür, also um Dich wirklich zu verbessern, kein schwieriges Gelände!

Warum nicht sofort auf den Trails üben?

Weil motorisches Lernen – also das Lernen von Bewegungen – unter kontrollierten Bedingungen, in einer reizbereinigten Umgebung stattfinden muss, damit Du Bewegungen neu erlernst und festigt.

Wenn Dich interessiert, wie motorisches Lernen genau funktioniert, habe ich hier ein detailliertes Video dazu:

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Was bedeutet „in einer reizbereinigten Umgebung“?

Es bedeutet, dass das Gelände, in dem Du übst, Dir keine Ablenkung bieten darf und keine Angst machen darf, es muss also für Dich objektiv „einfach“ sein.

Denn wenn das Gelände zu anspruchsvoll ist und Du abgelenkt bist, geht Dein Gehirn in den „Survival-Mode“ und Du lernst in diesem Gelände lediglich, Dich mit Deiner bereits bestehenden Fahrtechnik zu arrangieren. Du lernst keine neuen Bewegungen!

Ideal zum Lernen, Üben und Festigen sind also zum Beispiel:

  • Schulhöfe,
  • isolierte Hindernisse wie Stufen und Treppen,
  • Tiefgaragen,
  • Grasflächen und Parks
  • Flächen unter Brücken
  • und für fortgeschrittene Übungen kann auch mal ein leichter Trail hilfreich sein – den Großteil der Übungen wirst Du jedoch an den oben genannten Orten durchführen.

 

Und sei mal ganz ehrlich! Kannst Du diese Orte mit Deinem Mountainbike auch im Winter befahren?

Ähhhhh – JA!

Und da wir beim Lernen von Bewegungen von der Grobkoordination in die Feinkoordination und erst dann in die Automatisierung kommen – mehr dazu in diesem Blogartikel – benötigen wir SEHR viele Wiederholungen, um wirklich etwas zu können!

Learning vs. Performance Zone – Lernzone und Leistungszone

Jetzt kommt noch eine weitere wirklich spannende Erklärung, warum Du im Gelände nicht lernst, sondern lediglich „bestehendes Wissen“ abrufst.

Es gibt eine Leistungszone und eine Lernzone.

In der Leistungszone sind wir immer, wenn wir uns auf eine saubere Ausführung von Dingen konzentrieren, wir Fehler vermeiden und wenn wir Angst haben, Fehler zu begehen, weil diese Konsequenzen haben könnten.

In der Lernzone sind wir immer, wenn wir etwas Neues Lernen wollen und wir gezielt daran arbeiten, um uns zu verbessern. Hier passieren Fehler und das ist auch vollkommen OK, in der Lernzone darf es keine negativen Konsequenzen geben, wenn wir Fehler machen.

Hier sind die Unterschiede einmal genauer dargestellt:

Was glaubst Du, in welcher Zone bist Du, wenn du einen für Dich technisch anspruchsvollen, vielleicht sogar nassen und rutschigen Trail fährst?

Richtig! In der Performance Zone, also in der Leistungszone!

In dieser Zone findet keine Verbesserung statt, da Du Dich auf Bewegungen konzentrierst, die Du bereits beherrschst.

Dadurch sind auch genau diese Areale in Deinem Gehirn aktiviert – es findet also keine Aktivierung der Areale statt, die Du ändern willst = es findet so gut wie keine Verbesserung Deiner Skills statt! (Denn für Neuroplastizität, also die Veränderung Deines Gehirns = Lernen, müssen diese Areale in Deinem Gehirn aktiviert sein).

Jetzt kommen wir zum nächsten Grund, weshalb sich Deine Skills nicht einfach „von selbst“ verbessern, wenn Du immer nur Trails fährst und nicht gezielt an deiner Fahrtechnik unter reizbereinigten Bedingungen übst!

Soft Skills vs. Hard Skills

Man unterscheidet in der Bewegungslehre zwischen „weichen“ und „harten“ Skills. Weiche, also Soft Skills, sind Skills, die ein hohes Maß an Flexibilität verlangen, es gibt also viele Wege, die zum Ziel führen. Es geht darum, agil und interaktiv zu sein, Muster zu erkennen und schnell Entscheidungen zu treffen. Man redet von den 3 R’s: Reading, Recognizing + Reacting. (Lesen, Erkennen und Reagieren). Beispiel beim Mountainbiken: Linienwahl.

Harte Skills (Hard Skills) sind präzise, sich wiederholende Bewegungen. Du möchtest hier wie ein Schweizer Uhrwerk immer genau gleich funktionieren. Diese Bewegungen müssen also unbewusst automatisiert sitzen – es geht um ABC: Always Being Consistent (Immer beständig sein). Beispiel beim Mountainbiken: Bunny Hop Technik.

Soft Skills lernt man, indem man sich in diese Situationen begibt, in denen man den Skill braucht, ihn anwendet, danach reflektiert und ihn mit der Zeit verbessert. Also JA – Soft Skills kannst Du durchaus im Gelände lernen und verbessern. Aber – es geht ja darum, dass Du liest, erkennst und reagierst – und beim Mountainbiken reagiert man meist mit einem Hard Skill!

Hard Skills, also harte Skills, wiederum lernst Du, indem Du in der Learning Zone Automatismen schaffst, also NICHT im Gelände – denn motorisches Lernen braucht, wie Du vielleicht bereits aus diesem Artikel weißt – Tausende Wiederholungen!

Und da kommt wieder Dein Schulhof oder Park ins Spiel – so schließt sich der Kreis – und diese Areale sind im Winter frei von Schlamm, gut mit Deinem Mountainbike befahrbar und meistens auch leer!

Und deswegen ist der Winter perfekt, um an Deine Fahrtechnik Skills zu verbessern!

Fazit:

Viele Biker glauben, dass sie sich „einfach so“ verbessern, indem sie Trails fahren, oder indem sie 1 oder 2 Fahrtechniktrainings pro Jahr besuchen. Das ist aber leider unrealistisch, denn motorisches Lernen braucht Zeit und viele Wiederholungen! Und zwar Wiederholungen und Zeit in der Lernzone – nicht nur Zeit in der Leistungszone, also auf Trails! Für diese Lernzone eignen sich Parks und Schulhöfe ideal – und diese sind auch im Winter frei von Schlamm! Also fang gleich an und nutze den Winter, um gezielt an Deiner Fahrtechnik zu feilen, um im Frühling stärker in die Saison zu starten, als jemals zuvor!

Bonus Tipp: Schneller verbesserst Du Dich, wenn Du strukturiert mit Feedback übst – also mit einem professionellen Coach an Deiner Seite, damit Du dir keine kompensatorischen Muster oder Fehler in der Basis aneignest, die Du mit jedem Mal Üben festigst.

Quellen:

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